Tagung: „Das Denken der Zukunft muss Kriege unmöglich machen.“ (A. Einstein)
Der Krieg in Kunst, Literatur und Wissenschaft

Kriege haben seit Jahrhunderten unermessliches Leid über die Menschheit gebracht. Hinter vorgeblich hehren Zielen wurden sie fast immer wegen politisch - strategischer und wirtschaftlicher Interessen geführt.

Wir erinnern mit dieser Tagung sowohl an den Ausbruch des 1. als auch des 2. Weltkriegs vor 100 bzw. 75 Jahren und wollen den Blick nicht verschließen vor den zahlreichen weiteren Kriegen im 20. und 21. Jahrhundert.

Der 1. Weltkrieg war – vor allem aus europäischer Sicht – die „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts. Völkerrecht und Kriegsvölkerrecht wurden missachtet, der Vernichtungskrieg, der nach Kant prinzipiell hätte ausgeschlossen sein sollen, fand statt. Mit dem faschistischen Vernichtungsfeldzug erlebte die Welt die Steigerung zum Ausrottungskrieg. An dessen Ende entstand mit den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki die reale Gefahr eines Atomkrieges. Bis in unsere Zeit wurden und werden Kriege geführt, als Befreiungskriege, aber vor allem um Erweiterung der Einflusssphären, um Rohstoffe, als „Kämpfe gegen den Terrorismus“, zur Destabilisierung von Staaten.

Die Schrecken beider Weltkriege sind kaum zu beschreiben und erreichten ein Ausmaß an Toten, Leid und Elend, das über unsere Vorstellungskraft hinausreicht. Mit der Entwicklung „modernerer“ Waffen sowie chemischer und biologischer Kampfstoffe, die z. T. schon zum Einsatz kamen, sind die Gefährdungen und Schrecken noch gestiegen.

Das Phänomen des Krieges erzeugte zwar beachtliche Gegenreaktionen und -wirkungen: von der Idee des Völkerbunds, über die Gründung der Friedensgesellschaften in Europa und in den Vereinigten Staaten (z. B. Bertha von Suttner und ihre Parole: „Die Waffen nieder!“) oder den Aktivitäten der Arbeiterbewegung („Krieg dem Kriege“) bis hin zur Gründung der UN. Aber bis jetzt ist eine Eliminierung des Krieges nicht gelungen.

Kriegskritiker/ -innen und Historiker/ -innen versuchten, sich über den Charakter des 1. und 2. Weltkriegs klar zu werden (Kriegsschulddebatte). Waren die Weltkriege zwei Akte in ein- und demselben Drama (Ludwig Dehio)? Bildeten sie einen einzigen (nahezu) 30-jährigen Krieg (Losurdo)? Und wo waren die Urheber, die Hauptverantwortlichen zu suchen? Nach dem 2. Weltkrieg löste in der Bundesrepublik Deutschland der Hamburger Historiker Fritz Fischer mit seinem Buch „Griff nach der Weltmacht“ eine lang anhaltende Kontroverse aus.

Bereits während des 1. Weltkriegs protestierten Künstlerinnen und Künstler, Schriftstellerinnen und Schriftsteller in nahezu allen Ländern gegen den Krieg: in England/Irland und Frankreich George Bernard Shaw, Henri Barbusse und Romain Rolland, in Österreich Karl Kraus, in Deutschland die Mitglieder der Gruppe Internationale um Franz Mehring sowie Ernst Bloch, Hermann Hesse, Leonhard Frank, Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann, um nur einige zu nennen. Im weiteren Verlauf des Jahrhunderts engagierten sich namhafte Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstler für den Frieden wie z. B. Remarque, Kollwitz, Picasso, Sartre, Camus, Böll, Fried, Bachmann und Wolf.

Wir wollen uns mit ausgewählten literarischen und künstlerischen Werken sowie kulturhistorischen Betrachtungen mit dem Phänomen Krieg sowie der Sehnsucht nach Frieden auseinandersetzen und damit einen Beitrag leisten für eine friedfertige, demokratische Kultur und Gesellschaft.
   
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30.05.2014 - 01.06.2014

Veranstalter:
ver.di GewerkschaftsPolitische Bildung gemeinnützige Gesellschaft mbH

Ort:
ver.di - Bildungszentrum Berlin

Kosten:
Es wird eine Teilnahmegebühr erhoben. Nähere Auskünfte sind erhältlich im BBZ Clara Sahlberg Berlin sowie beim Landesbezirk Nord, Referat Schulung und Bildung.




Hinweise:
Wochenendtagung

Am Samstagabend wird die Tagung durch eine musikalisch - politische Revue bereichert.

Team:
Heidi Beutin, freie Wissenschaftspublizistin, Stormarn
Dr. Wolfgang Beutin, Privatdozent Universität Bremen
Heinrich Bleicher-Nagelsmann, ver.di-Bereichsleiter Kunst und Kultur, Berlin
Herbert Schmidt, Leiter des ver.di-Bildungszentrums Berlin
Claudia Wörmann-Adam, Vorsitzende des ver.di-Bundesfachbereichsvorstands Besondere Dienstleistungen, Köln

Viele namhafte Referentinnen und Referenten werden eingeladen.

Zielgruppen:
iAN


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